Generali Vertragsverkauf

Generali Vertragsverkauf provoziert Diskussionen

Veröffentlicht von

Ein am 24.08.2018 auf dem sozialen Businessnetzwerk Xing veröffentlichter Beitrag von Dr. Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung und öffentliches Sprachrohr des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, erhitzt derzeit die Gemüter der Versicherungsvermittler, die sich fleißig an der Diskussion um das angesprochene Thema beteiligen. Die überwiegende Mehrheit betrachtet den Verkauf von Beständen kritisch.

Das Produkt Lebensversicherung steht vor dem Aus. So lange das Neugeschäft stimmte, war die Welt für die Versicherer in bester Ordnung. Doch das ist Vergangenheit. Heute steht die deutsche Lebensversicherung unter keinem guten Stern. Zu viele Versicherte sind mit dieser Vertragsform unzufrieden, zu viele Verträge enttäuschten mit ihren Leistungen.

Um rentabel arbeiten zu können, sind Lebensversicherungsgesellschaften auf Neugeschäft angewiesen. Lebensversicherungen sind bei den meisten Anbietern mit sehr hohen Kosten behaftet. Diese Kosten werden für die Vergütung des Vertriebs, die Vertragsverwaltung und selbstverständlich für den Unterhalt der Immobilien benötigt, in denen die Beschäftigten ihrer Arbeit nachgehen. Hohe Kosten verschlingt aber auch die Verwaltung der Verträge, denn eine Lebensversicherung ist kein klassisches Sparprodukt. Die Verwaltung normaler Sparverträge ist einfach. Wieviel geht rein, welche Laufzeit hat der Vertrag, wieviel Zinsen kommen drauf und wie hoch ist das Guthaben zum Schluss? Das ist mit einem normalen Taschenrechner in wenigen Minuten ermittelbar. Bei einer Versicherung ist das etwas anders.

Eine Lebensversicherung ist kein Sparvertrag. Es handelt sich um ein Versprechen der Versicherungsgesellschaft, ab dem ersten gezahlten Beitrag eine Leistung zur Verfügung zu stellen, die sowohl im Todes- als auch im Erlebensfall fällig wird. Diese Versicherungsleistung hat einen Preis, der gewöhnlich über die vereinbarte Laufzeit aufgeteilt wird, die sogenannte Versicherungsprämie. Und dieser Beitrag gilt dafür, dass die zugesicherte Leistung garantiert zum vereinbarten Zeitpunkt gezahlt wird, bei Tod zum Todeszeitpunkt und im Erlebensfall zum festgelegten Termin. Dieses Versprechen ist verbindlich. Daher bezeichnet man die Kündigung durch den Kunden ja auch Rückkauf. Denn der Versicherer kauft mit der Kündigung durch den Kunden sein Versicherungsversprechen zurück. Und das macht er natürlich nicht umsonst, sondern zu einem entsprechend geringeren Wert. Ein Autohändler, bei dem man einen Neuwagen gekauft hat, kauft diesen schließlich auch nicht zum gleichen Preis zurück. Vertrag ist Vertrag und Vertrag kommt von Vertragen, sprich, sich an die Vertragsbedingungen zu halten.

Das wichtigste Argument, um Kunden für Verträge wie Lebensversicherungen zu gewinnen, ist natürlich die Sicherheit. Die Alterssicherung muss sicher sein! Und wenn man den Verband der Lebensversicherer (GDV) dazu interviewt, steht die Lebensversicherungsbranche so gut da, wie nie. Selbst die Bankenkrise 2008 hätte die Gesellschaften nicht tangiert. Schließlich sei eine Bankenkrise keine Versicherungskrise. Jedoch ist das in Wirklichkeit nur Fassade. Tatsächlich sieht es ganz anders aus. Die Lebensversicherer investieren die Kundengelder zu einem hohen Anteil in festverzinsliche Wertpapiere, meist Staatsanleihen. Bei Staatsanleihen kann man zwei Trends beobachten. Erstens ist das Zinsniveau seit Jahren im Keller. Das sorgt dafür, dass die meisten Lebensversicherer es nicht mehr schaffen, genug Ertrag zu erzielen, um ihre Versicherungsversprechen einzuhalten. Dass das so ist, kann man daran erkennen, dass der Garantiezins ab dem 01.01.2017 bei 0,9% liegen wird. Da sollte man mal drüber nachdenken. Zweitens sind Staatsanleihen seit der Rettung von Griechenland und Irland vor dem Bankrott und dem milliardenschweren Anleihenankaufprogramm der EZB offensichtlich nicht so sicher, wie es immer behauptet wird. Im Grunde ist das auch logisch. Nahezu jede Nation hat ähnliche Herausforderungen. Die Länder sind überschuldet. Die Zinsen steigen exponentiell. Jedes Jahr werden weitere Schulden aufgenommen, um die Zinsen begleichen zu können. Was passiert, wenn ein Land gezwungen wird, einen großen Anteil der Staatspapiere auszubezahlen? Mit so einer Situation war kein Land jemals konfrontiert, denn abgelaufene Papiere wurden immer gleich in neue Staatsanleihen getauscht. Geld floss keines. Und nun veräußert die Generali Lebensversicherung einen riesigen Altkundenbestand an eine Run-off-Gesellschaft. Deutet das auf eine heile Welt für die Gesellschaft hin?

Versicherungsrecht soll Versicherte schützen

Herr Dr. Schwark argumentiert mit strengen Vorgaben für den „Generali-Verkauf“, mit dem Schutz der Versicherten durch das Versicherungsaufsichtsrecht. Übrigens ist das das gleiche Versicherungsaufsichtsrecht, welches den Versicherern im Insolvenzfall Leistungskürzungen, Leistungsaussetzung trotz Beitragszahlungspflicht gestattet (§ 314 VAG, bis 2014 § 89 VAG a.F., ganz früher § 69 Abs. 2 VAG a.F.). Und er erwähnt die Rolle der Protektor AG, die Gesellschaft, die im Falle einer Versicherungspleite einspringt und die Verträge übernimmt bzw. weiterführt. Das klingt alles sehr beruhigend.

Aber was geschieht, wenn die Auffanggesellschaft der Lebensversicherer, Protektor an ihre Grenzen stößt? Was würde geschehen, wenn mehrere Versicherer notleidend werden und die Branche keine Reserven mehr hat. Wenn eine Insolvenzmasse veräußert wird, sind Staatspapiere die größte Position. Könnten diese Papiere liquidiert werden? Sollte dieser Fall eintreten, liegt der Verdacht nahe, dass die Regierung abhilft, so wie sie es mit den Banken getan hat.

Das Konzept Lebensversicherung scheint vor dem Ende zu stehen. Das Modell Lebensversicherung ist nicht mehr zeitgemäß und nun reagieren die Gesellschaften mit Bestandsverkäufen. Die Generali ist nicht der erste Anbieter, der Verträge varkauft, und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der letzte bleiben. Und Herr Dr. Schwark kann beschwichtigen, wie er möchte, wenn es der Branche gut gehen würde, gäbe es keine Bestandsverkäufe. Das sollte doch klar sein.

Herr Dr. Schwark kokettiert in den Kommentaren auch mit Absehbarkeiten. Niemand hätte ahnen können, dass es langanhaltende Niedrigzinsphasen geben würde. ist das so? Hier wird ein systemisches Problem völlig ignoriert, das Schuldgeldsystem. Jedes Geld wird durch Schulden erzeugt und Schulden werden für Zinsen vergeben. Zinsen werden ebenfalls verzinst (Zinseszins) und diese mathematische Funktion ist eine Exponentialfunktion, die immer gegen Unendlich geht. Jedes Schuldgeldsystem, welches am Ende seines Zyklus angelangt ist und unter den Zinslasten leidet, muss die Zinsen senken, sonst zerbricht es. Das derzeitige Geldsystem ist schon lange am Ende und wird wie ein Intensivpatient am Leben erhalten. Absehbarkeit? Natürlich!

Kündigungen vor Vertragsablauf überwiegen

Viele Versicherungsnehmer halten die lange Wartezeit bei ihren Lebensversicherungsverträgen nicht durch. Über 70% der abgeschlossenen Lebensversicherungen wurden vor Ablauf gekündigt oder still gelegt. Die meisten Verträge werden innerhalb der ersten 7 Jahre gekündigt. Hauptursache dafür sind die wenig motivierenden Wertmitteilungen, die die Anbieter jedes Jahr an ihre Kunden versenden. Die hohen Abschluss- und laufenden Kosten gehen zu Lasten der Rendite. Die Mehrzahl der laufenden Verträge bewegt sich innerhalb der ersten 15 Jahre im Minus. Welcher verantwortungsbewusste Anleger macht da lange mit?

Zwischenzeitlich haben die Gerichte zahlreiche Urteile darüber gesprochen, was bei Abschluss einer Lebensversicherung in Ordnung war und was nicht. Daher gibt es spezialisierte Juristen, die den Versicherungsnehmern dazu verhelfen, ihre Verluste durch Widerruf oder Rückabwicklung ihrer Lebens- und Rentenversicherung wettzumachen. Auch hier schwelt ein Problem für die Branche, da sich immer mehr Versicherungskunden dafür entscheiden, ihre Verluste nicht hinzunehmen und den Rechtsweg zu beschreiten.

Eine sinnvolle Möglichkeit besteht darin, sich nicht auf so etwas Abstraktes wie die Lebensversicherung zu verlassen. Es gibt sinnvolle Alternativen wie zum Beispiel Edelmetalle. Edelmetalle sind begehrte Rohstoffe. Sie sind wertbeständige Sachwerte. Edelmetalle sind inflations- und krisenresitent und besitzen weltweit hohe Akzeptanz.

Die PIM Gold und Scheideanstalt GmbH mit Geschäftsführer Mesut Pazarci, aus Heusenstamm bietet den physischen Kauf der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium an. Damit können die Vorteile unterschiedlicher Edelmetalle miteinander vereint werden. Die kostengünstige Lagerung im Zollfreilager gibt den Kunden der PIM die Möglichkeit, jederzeit ihre Edelmetalle in physischer Form abzuholen und mit nach Hause zu nehmen. Mehr Sicherheit geht nicht.

Bildrechte: Fotolia, Urheber: Antonioguillem, ID: #207835016

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.